Chronik von Unterjoch


Unterjoch, ein Ortsteil von der Marktgemeinde Bad Hindelang liegt in 1013 Meter Meereshöhe, ist eine der höchstgelegenen Orte der Bundesrepublik. Besiedelt wurde Unterjoch von Hindelang aus und wird urkundlich 1593 erstmals als besiedelter Ort erwähnt. Bis 1867 gehörte es nach Hindelang. Ab 1867 wurde es einige Gemeinde und eigene Pfarrei mit einer Größe von 1200 ha. Durch Die Gebietsreform kam Unterjoch nach 100jähriger Selbstständigkeit wieder zum Marktgemeinde Bad Hinderlang. Landkreis ist hier Oberallgäu, Reg. Bezirk Schwaben. Ein Großteil unserer Ortsgrenze ist Landesgrenze in Richtung Tirol (Österreich). Die Einwohnerzahl beträgt ca. 350.

Es sind noch 20 landwirtschaftliche Bertriebe im Ort ansässig. Fast alle Betriebe sind rein auf Grünlandwirtschaft (Milchwirtschaft und Viehzucht) ausgerichtet. Die Milch wurde bis 1976 im Ort verarbeitet, heute wird die Milch an die Schönegger Käsealm geliefert und zu schmackhaftem Heumilchkäse und Butter verarbeitet.

Da der gesamte Wald in unserem Ortsteil bäuerlicher Privatwald ist, spielt auch die Forstwirtschaft eine bedeute Rolle.

Kurz noch etwas aus früheren Zeiten!

Unsere Vorfahren waren Untertanen und Lehnen von verschiedenen Grafschaften und Fürstbischöfen und dorthin steuer- und arbeitspflichtig. Ernährungsmäßig waren sie reine Selbstversorger, betrieben die Dreifelderwirtschaft, bauten Hafer, Gerste, Roggen und eine wiederstandsfähige, für kurze Vegetationszeit, wenig ertragsreiche  Weizenart, den Feesen an. Milchvieh wurde nur zum eigenen Verbrauch in der Familie gehalten. (Ein karges Leben in 1000 m Höhe und Hungersnöte waren keine Seltenheit.)
Eine sehr wichtige Rolle spielt der Flachsanbau im ganzen Allgäu. Aus Chroniken kann man entnehmen, dass das Allgäu früher keine grüne Landschaft, sondern eine blaue zur Zeit der Flachsblüte war. Der Flachs wurde auf jedem Hof verarbeitet und zu Tüchern gewoben, welche zum Großteil an die Webhäuser nach Sonthofen oder Immenstadt verkauft wurden.
Ein weiterer Nebenerwerb war bei uns und in Hindelang das Naglerhandwerk, wobei Schuhnägel, Hufnägel und Zimmermannsnägel geschmiedet wurden. Ein guter Nagler stellte am Tag ungefähr 1000 Schuhnägel her. Bestimmt nicht in einem 8 Stunden Tag. Zur Feuerstelle (Schmiede) wurde eigenes Holz zu Holzkohle gebrannt.

Von großer Bedeutung war von 1600 bis 1840 die Salzstraße, die von Hall in Tirol über den Fernpass nach Reute, von dort über den Gaichtpass ins Thannheimertal und Oberjoch nach Hindelang, Immenstadt bis Bregenz führte. Vom Thannheimertal bis Hindelang  hatte Hindelang und Unterjoch das Fuhrrecht. In der Blütezeit um 1780 bis 1800 wurden jährlich ungefähr 15000 Fässer Salz mit je 5 Zentner auf dieser Strecke gefahren. Da diese Rodstrecke sehr schwierig durch viele Steigungen und das starke Gefälle der alten Jochstraße von Oberjoch nach Hindelang war, konnten pro Fuhre nur 2 Fässer mit je 5 Zentner geladen werden.

So ist es erklärlich, das mancher Hof mehr Pferde als Kühe und Jungvieh hatte. Als um 1830 die Einführ der Baumwolle aus Übersee den Flachsanbau unrentabel werden lies und der Salztransport zum Erliegen kam, kam damit auch eine große Notzeit in das Allgäu. Große Teile der Bevölkerung wanderten damals mit dem letzten Hab und Gut nach Amerika aus.
Findige Geschäftsleute aus dem Allgäu, die Verbindung mit der Schweiz hatten, sahen dort die Milchwirtschaft und die Verarbeitungsarten der Milch. Sie heuerten dort tüchtige Käser an und gründeten damals die Milchwirtschaft im Allgäu, deren Produkte dann durch den Eisenbahnbau um 1853 vom Allgäu über weite Teile von Bayern und Württemberg verschickt wurden. So wurde das Allgäu vom blauen zum grünen Land.

Wir hoffen das auch weiterhin in der schweren Zeit die Milchwirtschaft noch eine Lebensgrundlage für unsere Höfe bildet (andere Alternativen haben wir nicht) und uns im schönen grünen Allgäu leben lässt.

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